đŹÂ Wenn Worte weh tun â Mobbing bei Kindern erkennen und handeln
Beleidigungen, Ausgrenzung, GerĂŒchte oder sogar körperliche Angriffe â Mobbing ist kein ânormalesâ Streiten unter Kindern. Es ist ein systematisches QuĂ€len, das oft im Verborgenen passiert, aber tiefe Wunden hinterlĂ€sst. Als Kinderarztpraxis erleben wir immer wieder, wie sehr Mobbing Kinder und Jugendliche belasten kann â körperlich, seelisch und sozial.
đ§ Warum mobben Kinder andere?
Mobbing ist selten ein Zeichen von StĂ€rke â vielmehr steckt oft Unsicherheit oder Frustration dahinter. Kinder, die mobben, tun das aus verschiedenen GrĂŒnden:
- Sie wollen Macht ausĂŒben oder Anerkennung gewinnen.
- Sie erleben selbst Druck oder Ablehnung â z.âŻB. in der Familie.
- Sie ahmen Verhaltensweisen nach, die sie in ihrem Umfeld beobachten.
- Sie haben nicht gelernt, wie man Konflikte fair löst oder mit anderen mitfĂŒhlt.
Was als âSpaĂâ beginnt, kann schnell zur Dauerschikane werden â mit gravierenden Folgen fĂŒr die Betroffenen.
đŻ Wer wird zum Mobbing-Opfer?
Mobbing kann jeden treffen â aber einige Kinder sind besonders gefĂ€hrdet:
- Kinder, die sensibel, ruhig oder zurĂŒckhaltend sind.
- Kinder, die neu in einer Gruppe sind.
- Kinder mit körperlichen Besonderheiten (z.âŻB. Brille, Ăbergewicht, Behinderung).
- Kinder mit anderer Herkunft, Hautfarbe oder Religion.
- Kinder, die sich in irgendeiner Form âandersâ verhalten â z.âŻB. hochbegabte oder besonders kreative Kinder.
Oft sind es gerade starke Persönlichkeiten, die anecken â und zum Ziel werden.
đ§đ Was macht Mobbing mit einem Kind?
Kinder, die dauerhaft gemobbt werden, verlieren das Vertrauen in sich selbst und ihre Umwelt. Mögliche Folgen:
- RĂŒckzug, Traurigkeit, Schlafstörungen
- Bauch- oder Kopfschmerzen ohne körperlichen Befund
- Leistungsabfall in der Schule
- Angst vor dem Schulbesuch oder sozialen Situationen
- Essstörungen oder selbstverletzendes Verhalten
- Depressionen, Angststörungen, suizidale Gedanken
đ Ohne UnterstĂŒtzung droht die seelische Verletzung chronisch zu werden â nicht selten mĂŒndet dies in einer psychotherapeutischen Behandlung.
đ Warum frĂŒhzeitige Intervention so wichtig ist
Mobbing hört selten âvon selbstâ auf. Schweigen schĂŒtzt die TĂ€ter â und macht das Opfer noch hilfloser. Deshalb ist es entscheidend, dass Eltern, LehrkrĂ€fte, Erzieher*innen und medizinisches Personal gemeinsam handeln:
- Das Kind ernst nehmen â auch wenn ânichts Konkretesâ erzĂ€hlt wird.
- Zuhören ohne zu bewerten, Raum geben fĂŒr GefĂŒhle.
- Kontakt zur Schule, zur Klassenleitung oder zur Sozialarbeit suchen.
- Klare Grenzen setzen, wenn man TĂ€terverhalten erkennt â ohne das Kind bloĂzustellen.
- Fachliche Hilfe vermitteln, wenn das Kind psychisch belastet ist.
Als Kinderarztpraxis sind wir oft erste Anlaufstelle â und begleiten euch gern im weiteren Vorgehen.
đ± Cybermobbing â Mobbing hört nicht nach Schulschluss auf
Besonders perfide ist das Mobbing im Netz. Ăber WhatsApp, Instagram, TikTok & Co. können Kinder anonym oder rund um die Uhr verletzt werden. HĂ€ufige Formen:
- Gemeine Kommentare oder GerĂŒchte
- Peinliche Bilder oder Videos
- Ausschluss aus Gruppen
- Beleidigungen in Chats oder sozialen Netzwerken
Hier gilt:
đ Eltern sollten sensibel fĂŒr die digitale Welt ihrer Kinder sein.
đ Redet miteinander ĂŒber Apps, Inhalte, Erlebnisse â und macht klare Regeln.
đĄ Tipp: In schweren FĂ€llen ist auch Anzeige bei der Polizei möglich â besonders wenn Persönlichkeitsrechte verletzt oder Drohungen ausgesprochen werden.
đ Gemeinsam stark gegen Mobbing
Mobbing ist kein âKinderkramâ. Es kann krank machen â körperlich und seelisch. Aber: Mit Aufmerksamkeit, Zivilcourage und Empathie lĂ€sst sich viel bewirken. Kein Kind sollte das GefĂŒhl haben, allein durch die Hölle zu gehen.
Wenn ihr euch Sorgen macht, meldet euch gerne bei uns â wir hören zu und helfen weiter. Gemeinsam schaffen wir das. đȘ
