Zecken bei Kindern – Wie schützen und was tun bei einem Zeckenbiss?
Zecken sind vor allem in den warmen Monaten aktiv und können beim Spielen im Freien auf die Haut gelangen. Eltern machen sich oft Sorgen, wenn sie eine Zecke bei ihrem Kind entdecken. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist ein Zeckenbiss harmlos. Dennoch ist es wichtig, sich vor Zeckenstichen zu schützen und zu wissen, was nach einem Biss zu tun ist.
Wie kann man Zeckenstichen vorbeugen?
Zecken sitzen bevorzugt in hohem Gras, Sträuchern und im Unterholz. Dort warten sie auf einen Wirt, an dem sie sich festbeißen können.
✔️ Lange Kleidung tragen – Besonders in Wald und Wiese helfen lange Ärmel und Hosenbeine.
✔️ Helle Kleidung bevorzugen – Zecken sind darauf leichter zu erkennen.
✔️ Hosen in die Socken stecken – Sieht lustig aus, aber so haben Zecken weniger Zugang zur Haut.
✔️ Zeckenschutzmittel auftragen – Spezielle Sprays können Zecken für einige Stunden fernhalten, bitte in der Apotheke beraten lassen, welche Mittel für Ihr Kind geeignet sind.
✔️ Nach dem Spielen absuchen – Zecken wandern oft eine Weile auf der Haut, bevor sie zustechen. Besonders gefährdete Stellen sind Achseln, Kniekehlen, Leistenbereich, Nacken und hinter den Ohren.
Zeckenbiss – Was tun?
Falls eine Zecke zugestochen hat, sollte sie möglichst zeitnah entfernt werden. Panik ist nicht nötig.
So entfernt man eine Zecke richtig:
🛠 Zeckenzange, Zeckenkarte oder Pinzette verwenden
📌 Zecke möglichst nah an der Haut fassen und langsam herausziehen – nicht drehen!
🚫 Keine Hausmittel wie Öl oder Klebstoff verwenden! Diese können die Zecke reizen, sodass sie Speichel oder Mageninhalt in die Wunde abgibt.
🧴 Stichstelle desinfizieren und mit einem Stift markieren, um sie in den kommenden Tagen zu beobachten.
💡 Wichtig: Falls ein Teil der Zecke in der Haut bleibt, ist das kein Grund zur Panik. Der Körper stößt diesen Fremdkörper meist von selbst ab. Eine Infektion entsteht dadurch nicht.
Borreliose – Eine bakterielle Infektion durch Zecken
Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht, die durch einen Zeckenbiss übertragen werden können. Allerdings erkrankt nicht jedes Kind nach einem Zeckenbiss an Borreliose.
⚠️ Typisches Anzeichen: Wanderröte
🔴 Eine sich langsam ausbreitende Rötung rund um die Einstichstelle, oft mit einem blassen Zentrum.
📆 Sie tritt meist einige Tage bis Wochen nach dem Biss auf.
🩺 Eine ärztliche Behandlung mit Antibiotika ist notwendig, um die Infektion zu verhindern.
🚨 Wann zum Arzt?
Wenn sich eine Wanderröte zeigt oder das Kind grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit) entwickelt, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
FSME – Impfung schützt!
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die zu einer Hirnhautentzündung führen kann.
Gute Nachricht: Es gibt eine wirksame FSME-Impfung, die Kinder ab 1 Jahr erhalten können. Diese wird in FSME-Risikogebieten empfohlen und von den Krankenkassen übernommen.
Fazit
Zeckenbisse sind meist harmlos, wenn sie schnell entfernt werden. Eltern können Zecken selbst sicher entfernen und die Stelle beobachten. Falls sich eine Wanderröte bildet, ist eine antibiotische Behandlung notwendig. Gegen FSME gibt es eine sichere Impfung, die Kinder vor der Krankheit schützt. Gerne beraten wir Sie in unserer Praxis zur Impfung und zum richtigen Umgang mit Zecken.
