Willkommen im Leben – Informationen für die ersten Wochen 👶🏼

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Kindes! 💛
Die ersten Tage und Wochen mit Ihrem Baby sind eine ganz besondere Zeit – voller neuer Eindrücke, großer Gefühle und vieler erster gemeinsamer Momente.
Wir möchten Sie in dieser Phase begleiten und Ihnen hier die wichtigsten Informationen für den Start an die Hand geben.
| Name | Adresse | Telefonnummer | |
|---|---|---|---|
| Kinderpraxis Herzenssache | Bahnhofstraße 49 86381 Krumbach | 08282/890750 | info@herzenssache-krumbach.de |
| Dr. Marcus Härtle | Gesundheitsweg 1 86381 Krumbach | 08282/2929 | kinderpraxis@email.de |
| Kinderarztpraxis Dinkelscherben | Marktstraße 8a 86424 Dinkelscherben | 08292/2900 | |
| Kinder- und Jugendärzte Günzburg | Stadtberg 26 89312 Günzburg | 08221/1239 | buero@kinderaerzte-guenzburg.de |
| Dr. med. M. Ali Çelikkıran | Schützenstraße 12 89312 Günzburg | 08221/32495 | mail@kijup-gz.de |
| Kinderarztpraxis Burgau | Kapuzinerstraße 14 89331 Burgau | 08222/4132335 | kinderarztpraxis.burgau@gmail.com |
| Kinderärzte Dillingen | Bahnhofstraße 1 89407 Dillingen an der Donau | 09071/7056791 | info@kinderarztpraxis-dillingen.de |
| Kinderarztpraxis Weißenhorn | Kaiser-Karl-Straße 28 89264 Weißenhorn | 07309/6663 | |
| Kinderarztpraxis Langenau | Angertorstraße 6 89129 Langenau | 07345/5051 |
Gerade in den ersten Wochen mit einem Neugeborenen tauchen oft Fragen oder Unsicherheiten auf – manchmal auch abends, nachts oder am Wochenende.
Wenn Sie uns oder Ihre Hebamme einmal nicht erreichen können, stehen Ihnen dennoch verlässliche Ansprechpartner zur Verfügung:
Übersicht der kassenärztlichen Notdienste und Kinderkliniken der Region.
Dort finden Sie übersichtlich:
- 📞 den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung
- 🏥 Kinderkliniken in der Region
- 🚑 die Telefonnummer des Rettungsdienstes für lebensbedrohliche Notfälle
💡 Unser Tipp: Speichern Sie sich die Seite am besten direkt auf Ihrem Smartphone ab – so haben Sie im Ernstfall alles schnell griffbereit.
Eine Hebamme ist in den ersten Wochen nach der Geburt eine ganz wichtige Ansprechpartnerin für Sie und Ihr Baby.
Sie unterstützt Sie unter anderem bei:
– Fragen rund ums Stillen und die Ernährung 🍼
– der Entwicklung und Pflege Ihres Kindes 👶
– der Rückbildung und körperlichen Veränderungen nach der Geburt
– Unsicherheiten im Alltag mit dem Neugeborenen
👉 Unser Tipp:
Kümmern Sie sich möglichst frühzeitig um eine Hebamme, falls Sie noch keine Betreuung organisiert haben. Gerade in den ersten Wochen ist diese Unterstützung sehr wertvoll.
Eine aktuelle Übersicht über Hebammen in der Region finden Sie hier:
👉 Hebammenliste Landkreis Günzburg
💛 Die Betreuung durch eine Hebamme wird von der Krankenkasse übernommen – regulär bis zur 12. Lebenswoche Ihres Kindes, bei Bedarf (z. B. Stillproblemen) mit ärztlicher Verordnung auch länger.
Auch mit einem Neugeborenen sind kurze Ausflüge und Fahrten ganz normal – wichtig ist dabei vor allem die Sicherheit Ihres Kindes.
👉 Bereits für die erste Fahrt vom Krankenhaus nach Hause gilt:
Ihr Baby muss in einer geeigneten Babyschale (rückwärtsgerichteter Kindersitz) transportiert werden. Auch kurze Strecken sind hier keine Ausnahme.
👉 Achten Sie dabei auf:
– korrekten Einbau der Babyschale
– sicheren Gurtverlauf
– keine dicken Jacken unter dem Gurt
– Babyschale immer auf dem Rücksitz (nicht bei aktivem Airbag vorne)
💡 Unser Tipp:
Idealerweise sitzt eine erwachsene Person neben dem Baby, besonders auf der ersten Fahrt nach Hause.
🧳 Unterwegs in den ersten Wochen
In den ersten Lebenswochen gilt:
👉 Weniger ist mehr
Ihr Baby braucht vor allem Ruhe, Nähe und einen stabilen Tagesrhythmus.
Wenn Sie unterwegs sind:
– planen Sie ausreichend Pausen ein
– vermeiden Sie große Menschenmengen (Infektionsschutz)
– achten Sie auf eine angenehme Temperatur und Sonnenschutz
In der Babyschale sollte Ihr Baby möglichst nicht länger als etwa 2 Stunden am Stück sitzen, da die Wirbelsäule noch empfindlich ist. Bei längeren Fahrten: Pause machen, Baby herausnehmen, flach hinlegen.
✈️ Reisen allgemein
Grundsätzlich sind Reisen auch mit einem Neugeborenen möglich – dennoch empfehlen wir, in den ersten Wochen nur notwendige Wege zurückzulegen und größere Reisen gut zu planen.
👉 Denken Sie an:
– ausreichend Nahrung und Wechselkleidung
– eine kleine „Reiseapotheke“
– vertraute Dinge (Decke, Kleidung) für Ihr Baby
💛 Mit etwas Vorbereitung können Sie Ihr Baby sicher und entspannt begleiten – ob auf dem Weg nach Hause oder bei den ersten kleinen Ausflügen.
U2 – der 3. bis 10. Lebenstag
Meist wird die U2 noch in der Geburtsklinik gemacht. Wenn Sie früh entlassen wurden (vor dem 3. Lebenstag) oder ambulant entbunden haben, vereinbaren Sie bitte umgehend einen Termin bei uns. Werfen Sie einen Blick ins gelbe Kinderuntersuchungsheft und in den Entlassbrief – dort steht, was noch aussteht.
👉 Bei sehr früher Entlassung kann außerdem eine zweite Blutabnahme für das Neugeborenen-Screening nötig sein (wenn die erste vor der 36. Lebensstunde erfolgte) – und falls das Hörscreening in der Klinik nicht durchgeführt wurde, holen wir es nach.
U3 – die 4. bis 5. Lebenswoche
Bitte kümmern Sie sich zeitnah nach der Entlassung um einen Termin zur U3. Dazu gehören die Hüft-Ultraschalluntersuchung und die dritte Vitamin-K-Gabe (die ersten beiden erhält Ihr Kind bei U1 und U2).
👉 Manchmal ist auch früher ein Termin notwendig, z. B.:
– zur Kontrolle einer Gelbsucht
– zur Gewichtskontrolle
– für eine frühzeitige Hüftuntersuchung (Ultraschall), etwa bei Beckenendlage oder familiärer Vorbelastung
Neugeborene benötigen in der Regel ab der zweiten Lebenswoche eine tägliche Gabe von Vitamin D.
👉 Wichtig:
– Sie können das Präparat ohne Rezept in der Apotheke kaufen, Ihre Kinderarztpraxis stellt Ihnen aber gerne ein Rezept aus, sodass die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden
– Bitte geben Sie die Tablette täglich
– Die Tablette sollte gut aufgelöst werden (nach Herstellerangaben)
Neben Vitamin D empfehlen wir bis zum Durchbruch des ersten Zahns ein Kombinationspräparat mit Fluorid zur Kariesprophylaxe. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt nachweislich vor Karies – es gehört zu den am besten untersuchten Maßnahmen in der Zahnmedizin. Sobald der erste Zahn da ist, besprechen wir mit Ihnen, ob es mit Tablette oder fluoridhaltiger Kinderzahnpasta weitergeht.
Immer wieder hören wir die Sorge, Fluorid könne Bauchschmerzen verursachen.
👉 Diese Befürchtung ist bei richtiger Dosierung nicht begründet.
Zwar können bei massiver Überdosierung (z. B. beim Verschlucken großer Mengen Zahnpasta) Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten – dafür wären jedoch sehr hohe Mengen notwendig.
Im Alltag gilt:
– Die in Tabletten oder Zahnpasta enthaltenen Fluoridmengen sind sehr gering und sicher
– Bei normaler Anwendung besteht kein relevantes Risiko für Nebenwirkungen – wichtig ist nur: entweder Fluoridtablette oder fluoridhaltige Zahnpasta, nicht beides gleichzeitig
👉 Deshalb empfehlen Fachgesellschaften Fluorid ausdrücklich als wichtigen Bestandteil der Kariesvorsorge.
Die ersten Impfungen stehen zwar erst in ein paar Wochen an – es lohnt sich aber, sie jetzt schon einzuplanen:
– Ab der 8. Lebenswoche: die von der STIKO empfohlenen Impfungen sind jetzt möglich und sollten möglichst zeitnah durchgeführt werden, damit Ihr Baby schnell und gut geschützt ist.
👉 RSV-Schutz für alle Säuglinge:
Das RS-Virus ist die häufigste Ursache für schwere Atemwegsinfektionen bei Babys – vor allem im Herbst und Winter. Die STIKO empfiehlt deshalb für alle Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison (Oktober bis März) eine einmalige Antikörper-Spritze (Nirsevimab). Sie wirkt sofort und schützt über die gesamte Saison.
– Babys, die in der Saison geboren werden, erhalten sie idealerweise noch in der Klinik oder in den ersten Lebenstagen bei uns
– Babys, die im Frühjahr oder Sommer geboren werden, erhalten sie im Herbst vor Beginn der Saison
💛 Sprechen Sie uns bei der U2 oder U3 einfach darauf an – wir kümmern uns darum.
Ein sicherer Schlafplatz ist besonders in den ersten Lebensmonaten wichtig, um das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) zu reduzieren.
👉 Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:
🛏️ Rückenlage zum Schlafen
Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken.
🧺 Eigenes Bett im Elternschlafzimmer
Ihr Baby sollte im eigenen Bettchen, aber im selben Raum wie die Eltern schlafen.
🛋️ Niemals auf dem Sofa oder im Sessel
Schlafen Sie nicht mit Ihrem Baby auf dem Sofa oder im Sessel ein – das ist die gefährlichste Schlafsituation überhaupt. Wenn Sie beim Stillen oder Tragen müde werden, legen Sie Ihr Baby vorher ins Bettchen.
🚫 Keine zusätzlichen Gegenstände im Bett
Verzichten Sie auf:
- Kissen
- Decken
- Nestchen
- Kuscheltiere
👉 Am sichersten ist ein leeres Bettchen mit fester Matratze.
🌡️ Angenehme Temperatur
- Raumtemperatur ca. 16–18 °C
- kein Überwärmen
- Schlafsack statt Decke empfohlen
🚭 Rauchfreie Umgebung
Rauchen in der Umgebung des Kindes erhöht das Risiko deutlich.
💡 Noch gut zu wissen
Schnuller können beim Einschlafen hilfreich sein (wenn gut etabliert)
Ihr Baby darf im Wachzustand und unter Aufsicht auch auf dem Bauch liegen (z. B. zum Spielen) – das stärkt die Nackenmuskulatur und beugt einer Abflachung des Hinterkopfs vor
Stillen wirkt sich positiv auf die Entwicklung und vermutlich auch auf das SIDS-Risiko aus
In den ersten Lebensmonaten wird Ihr Baby ausschließlich mit Muttermilch oder einer Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung) ernährt. Zusätzliche Getränke sind in der Regel nicht notwendig.
Wichtig ist:
– Ihr Kind sollte regelmäßig trinken
– Es sollte wach und zufrieden wirken
– Die Gewichtsentwicklung sollte gut sein (siehe unten)
Bei Fragen zum Stillen ist Ihre Hebamme die erste und beste Ansprechpartnerin. Sie kann Ihnen bei der Technik helfen und steht bei Problemen an Ihrer Seite. Zusätzlich stehen Ihnen auch speziell ausgebildete Stillberaterinnen (IBCLC) zur Verfügung, z. B.:
– Carola Dilger-Lott
– Irmgard Neu
Diese können Sie bei Fragen rund ums Stillen gezielt unterstützen.
👉 Gut zu wissen:
Eine Stillberatung kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen werden. Sprechen Sie uns oder Ihre Hebamme gerne darauf an.
💛 Zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen – gerade beim Stillen lassen sich viele Probleme gut lösen.
Gewichtsentwicklung direkt nach der Geburt:
– Eine Gewichtsabnahme von bis zu 7 % des Geburtsgewichts ist normal, bis 10 % wird sie engmaschig beobachtet – darüber ist eine ärztliche Kontrolle nötig.
– Das Geburtsgewicht sollte in der Regel nach 10–14 Tagen wieder erreicht sein
Gewichtsentwicklung danach (ca. 1.–8. Lebenswoche):
– durchschnittliche Zunahme: 150–200 g pro Woche
– entspricht etwa 20–30 g pro Tag
Eine Gelbfärbung der Haut (Neugeborenengelbsucht) ist in den ersten Lebenstagen häufig und meist unbedenklich. Sie entsteht, weil die Leber den Farbstoff aus den abgebauten roten Blutkörperchen (Bilirubin) noch nicht schnell genug verarbeiten kann.
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– die Gelbfärbung deutlich zunimmt oder bis auf Bauch, Arme und Beine reicht
– Ihr Baby schlecht trinkt
– Ihr Kind sehr schläfrig oder schwer weckbar ist
– die Gelbsucht länger als 2 Wochen anhält (bei gestillten Kindern länger als 3 Wochen)
– der Stuhl hell, grau oder weißlich wird oder der Urin dunkel ist (besonders wichtig!)
Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel nachfragen 😊
Die ersten Wochen sind voller kleiner Phänomene, die Eltern verunsichern können – die meisten davon sind völlig harmlos. Hier eine kurze Orientierung für die häufigsten Fragen.
💩 Stuhl – mehr Varianten, als man denkt
In den ersten 1–2 Tagen scheidet Ihr Baby das sogenannte Mekonium (Kindspech) aus: zähklebrig, schwarz-grünlich, fast geruchlos.
Danach folgt ein Übergangsstuhl in grünlich-gelblicher Mischfarbe, bevor sich der Stuhl etwa ab dem 5. Tag einpendelt:
– Gestillte Babys: gelblich, körnig („Senfkörner“), eher flüssig, mild riechend
– Babys mit Pre-Nahrung: etwas fester, gelblich-bräunlich, etwas kräftigerer Geruch
Wie oft? In den ersten 4–6 Wochen sollte Ihr Baby mindestens 1–3-mal täglich Stuhl haben – das ist ein gutes Zeichen dafür, dass es genug Milch bekommt. Erst danach dürfen gestillte Babys auch mal mehrere Tage Pause machen, solange der Stuhl weich bleibt und das Kind zufrieden ist.
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– der Stuhl weiß, lehmfarben oder kittfarben wird (besonders wichtig!)
– Blut im Stuhl sichtbar ist
– Ihr Baby in den ersten Wochen seltener als einmal täglich Stuhl hat
– Ihr Baby später länger als 72 Stunden gar nichts ausscheidet und dabei unzufrieden wirkt oder einen geblähten Bauch hat
💧 Urin – die einfachste Trinkkontrolle
Ab dem 5. Lebenstag sollte Ihr Baby etwa 5–6 nasse Windeln pro Tag haben. Das ist der zuverlässigste Hinweis darauf, dass es genug trinkt – einfacher als jede Waage.
In den ersten Tagen können Sie gelegentlich einen rötlich-orangenen Fleck in der Windel sehen („Ziegelmehl“). Das sind harmlose Urat-Kristalle, die mit der ersten Trinkmenge ausgeschieden werden – kein Blut.
👉 Bitte melden Sie sich, wenn Ihr Baby deutlich weniger als 3 Windeln pro Tag nass macht oder der Urin auffällig dunkel und konzentriert wirkt.
🫃 Nabel – fällt von selbst ab
Der Nabelschnurrest trocknet in den ersten Tagen ein und fällt zwischen dem 5. und 15. Lebenstag von selbst ab. Beim Abfallen können kleine Blutspuren oder etwas Sekret auftreten – das ist normal.
So pflegen Sie den Nabel:
✔️ Trocken und sauber halten, gut Luft ranlassen
✔️ Windel so umschlagen, dass der Nabel oberhalb der Windel liegt
✔️ Bis zum Abfallen nicht in der Wanne baden – ein Waschlappen reicht völlig
✔️ Keine Cremes, Puder oder Tinkturen – einfach in Ruhe lassen
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– die Haut rund um den Nabel deutlich gerötet ist
– eitriges Sekret austritt oder es streng riecht
– Ihr Baby Fieber bekommt
– der Nabel länger als 3 Wochen nicht abgefallen ist
🧴 Haut – viele „Pickelchen“, fast alles harmlos
Die Haut Ihres Neugeborenen verändert sich in den ersten Wochen ständig. Vieles, was zunächst erschreckt, ist völlig harmlos:
– Milien – winzige weiße Pünktchen auf Nase und Wangen, verschwinden von selbst
– Neugeborenenakne – kleine rote Pickelchen im Gesicht, meist in der 2.–6. Woche, keine Behandlung nötig
– Erythema toxicum – rote Flecken mit kleinem hellem Zentrum, kommen und gehen
– Trockene Haut und Schuppung an Händen und Füßen – ganz normal in den ersten Wochen
– Storchenbiss an Nacken oder Stirn – verblasst meist von selbst
– Blauer Fleck (kongenitale dermale Melanozytose) – bläuliche Hautareale am Rücken oder Gesäß, besonders bei Kindern mit dunklerer Hautfarbe; harmlos
💡 Unser Tipp: Verzichten Sie in den ersten Wochen auf parfümierte Cremes, Öle und Schaumbäder. Klares Wasser und ein weiches Tuch reichen meist völlig.
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– Bläschen oder Pusteln mit klarer Flüssigkeit auftreten
– sich ein flächiger Ausschlag rasch ausbreitet
– die Haut gelblich wirkt (siehe Abschnitt Gelbsucht)
– Ihr Baby zusätzlich Fieber oder Trinkschwäche zeigt
👁️ Auge – tränt und klebt morgens?
Viele Neugeborene haben in den ersten Wochen ein tränendes Auge, morgens kleben die Wimpern leicht zusammen. Ursache ist fast immer ein noch verengter Tränenkanal – harmlos, nicht ansteckend und in den allermeisten Fällen im ersten Lebensjahr von selbst verschwunden. Das Auge selbst ist dabei weiß und ruhig.
So helfen Sie mit:
✔️ Verklebungen mit einem sauberen, mit abgekochtem Wasser angefeuchteten Tuch abwischen – für jedes Auge ein frisches
✔️ Mehrmals täglich den Tränenkanal massieren – wie das genau geht, zeigen wir Ihnen in unserem Blogbeitrag und gern auch persönlich bei der nächsten Vorsorge
✔️ Keine Antibiotika-Tropfen ohne Rücksprache – es ist keine Bindehautentzündung
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– das Auge selbst gerötet ist oder eitrig-grünes Sekret absondert
– der innere Lidwinkel rot, geschwollen oder druckschmerzhaft ist – oder dort eine bläuliche, pralle Schwellung sichtbar ist
– das Auge auffällig groß oder trüb erscheint oder Ihr Baby lichtscheu wirkt
– Ihr Baby zusätzlich Fieber hat
🤧 Nase – verstopft, aber kein Schnupfen?
Neugeborene atmen fast ausschließlich durch die Nase – und die ist winzig. Ein Schniefen, Röcheln oder Niesen ist deshalb ganz normal und meist kein Infekt. Niesen ist die Art Ihres Babys, die Nase zu reinigen.
So helfen Sie mit:
✔️ Bei verstopfter Nase ein paar Tropfen Kochsalzlösung (aus der Apotheke) in jedes Nasenloch, besonders vor dem Trinken
✔️ Keine abschwellenden Nasentropfen ohne ärztliche Rücksprache – für Säuglinge gibt es spezielle, sehr niedrig dosierte Präparate, und auch die nur kurz
✔️ Nicht überheizen, ausreichend Luftfeuchtigkeit
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– Ihr Baby wegen der Nase schlecht trinkt
– die Atmung schnell, angestrengt oder pfeifend ist, die Nasenflügel sich bewegen oder die Haut zwischen den Rippen einzieht
– Fieber dazukommt
💛 Im Zweifel gilt auch hier: lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig. Wir nehmen Ihre Sorgen ernst – auch die ganz kleinen.
Das Immunsystem Ihres Babys ist in den ersten Wochen noch unerfahren. Ein paar einfache Regeln schützen es gut:
✔️ Händewaschen vor jedem Kontakt mit dem Baby – auch für Besuch
✔️ Wer erkältet ist oder Fieber hat, besucht später – das gilt auch für Geschwister und Großeltern
✔️ Keine Küsschen auf Gesicht und Hände durch andere Personen – ein Lippenherpes kann für Neugeborene lebensgefährlich sein
✔️ Rauchfrei – nicht in der Wohnung, nicht im Auto, und nach dem Rauchen draußen Hände waschen und Kleidung wechseln
✔️ Große Menschenansammlungen in den ersten Wochen meiden
👉 Sie dürfen Besuch ruhig bitten, sich daran zu halten. Das ist keine Unhöflichkeit – das ist Fürsorge.
Gerade in den ersten Lebenswochen gilt: lieber früh reagieren!
👉 Sofort ärztlich vorstellen bei:
– Temperatur von 38,0 °C oder mehr (rektal gemessen – nur diese Messung ist beim Säugling zuverlässig)
– Untertemperatur unter 36,0 °C – auch das kann beim Neugeborenen ein Infektionszeichen sein
– Trinkschwäche
– auffälliger Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit
– Atemproblemen
– „komischem Bauchgefühl“ – wenn Ihr Kind Ihnen krank erscheint
Sie kennen Ihr Kind am besten 💛
Viele Eltern hören nach der Geburt von Angeboten wie Osteopathie oder anderen „sanften“ Behandlungsmethoden für Säuglinge.
👉 Wichtig zu wissen:
Für viele dieser Verfahren gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege, dass sie bei Neugeborenen einen klaren Nutzen haben.
Gleichzeitig kann das Gefühl entstehen, man müsse etwas „zusätzlich tun“, um nichts zu verpassen. Das kann verunsichern.
👉 Unsere Empfehlung:
Sprechen Sie zunächst mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderärztin bzw. Ihrem Kinderarzt.
In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden Ihres Kindes gut einordnen – und oft helfen schon Beratung, einfache Maßnahmen und etwas Geduld, damit sich vieles von selbst reguliert.
💛 Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und unterstützen Sie dabei, gemeinsam den richtigen Weg für Ihr Kind zu finden.
In den letzten Jahren wird das Thema „verkürztes Zungenbändchen“ bei Neugeborenen immer häufiger angesprochen. Viele Eltern sind dadurch verunsichert und haben Sorge, etwas zu übersehen.
👉 Wichtig zu wissen:
Ein verkürztes Zungenbändchen ist keine klar definierte Erkrankung, und es gibt keine einheitlichen, verlässlichen Diagnosekriterien.
Auch wissenschaftlich zeigt sich:
Eine Durchtrennung des Zungenbändchens hat keinen nachgewiesenen Nutzen für das Kind (z. B. Gewichtszunahme, Schreiverhalten oder Stilldauer). Lediglich eine mögliche Linderung von Schmerzen beim Stillen bei der Mutter wurde beschrieben.
Viele der häufig genannten Beschwerden (z. B. Koliken, Unruhe oder spätere Entwicklungsprobleme oder ADHS) konnten nicht wissenschaftlich belegt mit einem Zungenbändchen in Verbindung gebracht werden.
👉 Bitte seien Sie vorsichtig bei Angeboten von sogenannten „Zungenbändchenzentren“ oder „Experten für orale Restriktionen“.
Hier werden teilweise teure Eingriffe (oft bis zu 1.000 € oder mehr) empfohlen, ohne dass ein klarer Nutzen für Ihr Kind belegt ist.
👉 Unsere Empfehlung:
Sprechen Sie bei Unsicherheiten zunächst mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderärztin bzw. Ihrem Kinderarzt.
In den meisten Fällen lassen sich Stillprobleme oder Unruhe gut anders erklären und behandeln – oft helfen schon Stillberatung, kleine Anpassungen im Alltag und etwas Geduld.
Eine Durchtrennung des Zungenbändchens sollte nur nach sorgfältiger, fachübergreifender Abklärung in Betracht gezogen werden.
💛 Wir unterstützen Sie dabei, die Situation Ihres Kindes gemeinsam in Ruhe einzuordnen und den richtigen Weg zu finden.
Manche Babys schreien viel – und Eltern fragen sich dann oft, ob sie etwas falsch machen. Tun Sie nicht. Viel Weinen ist in den ersten Lebensmonaten häufig und gehört für viele Babys einfach dazu.
Typisch ist eine Schreiphase, die etwa in der 2.–3. Lebenswoche beginnt, ihren Höhepunkt um die 6.–8. Lebenswoche hat und sich ab dem 3.–4. Lebensmonat allmählich beruhigt. Häufig schreien die Kinder vor allem am späten Nachmittag und Abend.
👉 Hintergrund: Ihr Baby lernt gerade erst, sich selbst zu regulieren – also mit Reizen, Müdigkeit und Gefühlen umzugehen. Dabei braucht es Sie als ruhigen Anker.
💙 Was Ihrem Baby helfen kann
– Nähe und Hautkontakt – Tragen, Kuscheln, Körperkontakt
– Gleichmäßige Bewegung – Schaukeln, im Tragetuch herumgehen
– Reize reduzieren – gedämpftes Licht, leise Umgebung, weniger Besuch
– Wiederkehrende Abläufe – Rituale geben Sicherheit
👉 Manchmal hilft auch einfach nur eines: aushalten, da sein, immer wieder anbieten – ohne zu drängen.
⚠️ Wenn Sie selbst an Ihre Grenze kommen
Stundenlanges Schreien zermürbt. Es ist völlig menschlich, an einen Punkt zu kommen, an dem die Geduld aufgebraucht ist – auch wenn man sein Kind über alles liebt.
Merken Sie sich für solche Momente diese drei Schritte:
✔️ Legen Sie Ihr Baby sicher ins Bett (Rückenlage, leeres Bettchen)
✔️ Verlassen Sie für einige Minuten den Raum
✔️ Atmen Sie durch, trinken Sie ein Glas Wasser, telefonieren Sie kurz mit jemandem
Ihr Baby ist in dieser Zeit sicher. Es ist besser, ein paar Minuten weinen zu lassen, als selbst überfordert zu reagieren.
🚨 Niemals schütteln
So selbstverständlich es klingt – wir sagen es trotzdem deutlich:
Schütteln Sie ein Baby unter keinen Umständen.
Schon wenige Sekunden Schütteln können beim Säugling zu lebensbedrohlichen Hirnverletzungen führen (sogenanntes „Schütteltrauma“). Die Folgen reichen von Krampfanfällen über bleibende Behinderungen bis hin zum Tod.
Wenn Sie spüren, dass Sie sich nicht mehr sicher im Griff haben: legen Sie Ihr Baby ab und holen Sie sich Hilfe. Das ist keine Schwäche – das ist Verantwortung.
💛 Wo Sie Unterstützung finden
– Ihre Hebamme ist die erste Ansprechpartnerin
– In unserer Praxis nehmen wir uns Zeit für Sie und Ihr Kind
– Spezialisierte Schreiambulanzen bieten gezielte Beratung
– Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer: 📞 0800 111 0 550 – kostenlos und anonym, Mo–Fr 9–17 Uhr, Di und Do bis 19 Uhr
– Nachts und am Wochenende: die TelefonSeelsorge 📞 0800 111 0 111 – rund um die Uhr, kostenlos und anonym
– Beziehen Sie Partner, Familie und Freunde ein – Sie müssen das nicht alleine schaffen
👉 Wenn das Schreien über Wochen sehr intensiv bleibt und nichts zu helfen scheint, kommen Sie bitte zu uns. Manchmal steckt eine sogenannte Regulationsstörung dahinter – die lässt sich gut begleiten.
👉 Bitte stellen Sie Ihr Kind umgehend ärztlich vor bei:
– Temperatur von 38,0 °C oder mehr (rektal) oder unter 36,0 °C
– Trinkverweigerung
– deutlich verminderter Aktivität
– Atemproblemen
– weniger nassen Windeln
– oder wenn Ihnen Ihr Kind „nicht normal“ erscheint
Neben der medizinischen Betreuung gibt es viele weitere Angebote, die Sie als Familie unterstützen können.
Einen ganz besonderen Stellenwert hat die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen – KoKi. Bei Fragen und Sorgen rund um Ihr Kind finden Sie dort freundliche und kompetente Hilfe.
Eine zentrale Anlaufstelle ist auch das Portal Familie.Leben des Landkreises Günzburg.
Dort finden Sie unter anderem:
– Beratungsangebote für Familien
– Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Kind
– Unterstützung bei Fragen zu Entwicklung, Erziehung und Alltag
– Kontakte zu regionalen Hilfs- und Unterstützungsangeboten
👉 Ein Blick lohnt sich – viele hilfreiche Angebote sind dort übersichtlich zusammengestellt.
💛 Sie sind mit Ihren Fragen nicht allein – es gibt viele Stellen, die Sie unterstützen.
Die Zeit nach der Geburt ist etwas ganz Besonderes – aber sie kann auch emotional herausfordernd sein.
Viele Mütter erleben Stimmungsschwankungen („Babyblues“). Wenn Sie sich jedoch über längere Zeit traurig, erschöpft, antriebslos oder überfordert fühlen, kann es sich um eine peripartale Depression handeln. Auch Väter und Partnerinnen kann das betreffen.
👉 Wichtig ist: Sie sind damit nicht allein – und es ist keine Schwäche.
Bitte sprechen Sie darüber:
– mit Ihrer Hebamme
– mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt
– oder mit einer vertrauten Person
Wir nehmen uns Zeit für Sie, hören zu und unterstützen Sie dabei, passende Hilfe zu finden.
Eine wertvolle Anlaufstelle ist zum Beispiel die Organisation Schatten und Licht e.V., die betroffene Eltern berät und begleitet.
👉 Auch bei körperlichen Beschwerden nach der Geburt (z. B. Probleme mit dem Wochenfluss, Brustentzündung oder Schmerzen) können Sie sich jederzeit Unterstützung holen.
Neben Ihrer Hebamme steht Ihnen – insbesondere außerhalb ihrer Erreichbarkeit – auch der Kreißsaal der Kreisklinik Günzburg als Ansprechpartner zur Verfügung.
☎️ Unterstützung in belastenden Situationen
Wenn Sie sich unsicher oder überfordert fühlen und gerade niemand erreichbar ist, können Sie sich anonym und kostenlos an das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer wenden:
📞 0800 111 0 550 – Mo–Fr 9–17 Uhr, Di und Do bis 19 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr für Sie da:
📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Gerade in den ersten Wochen mit einem Neugeborenen kann es sehr entlastend sein, einfach mit jemandem zu sprechen.
💛 Holen Sie sich Unterstützung – Sie müssen da nicht alleine durch.
Die erste Zeit mit einem Neugeborenen ist intensiv, manchmal herausfordernd – und gleichzeitig wunderschön.
Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl.
Und zögern Sie nicht, sich bei Fragen oder Unsicherheiten an uns zu wenden.
👉 Wir freuen uns auch über konstruktives Feedback:
Wenn Ihnen etwas auffällt oder Sie Themen vermissen, die hier unbedingt noch ergänzt werden sollten, geben Sie uns gerne Bescheid.
Wir sind gerne für Sie da 😊
