Willkommen im Leben – Informationen für die ersten Wochen 👶🏼

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Kindes! 💛
Die ersten Tage und Wochen mit Ihrem Baby sind eine ganz besondere Zeit – voller neuer Eindrücke, großer Gefühle und vieler erster gemeinsamer Momente.
Wir möchten Sie in dieser Phase begleiten und Ihnen hier die wichtigsten Informationen für den Start an die Hand geben.
| Name | Adresse | Telefonnummer | |
|---|---|---|---|
| Kinderpraxis Herzenssache | Bahnhofstraße 49 86381 Krumbach | 08282/890750 | info@herzenssache-krumbach.de |
| Dr. Marcus Härtle | Gesundheitsweg 1 86381 Krumbach | 08282/2929 | kinderpraxis@email.de |
| Kinderarztpraxis Dinkelscherben | Marktstraße 8a 86424 Dinkelscherben | 08292/2900 | |
| Kinder- und Jugendärzte Günzburg | Stadtberg 26 89312 Günzburg | 08282/1239 | buero@kinderaerzte-guenzburg.de |
| Dr. med. M. Ali Çelikkıran | Schützenstraße 12 89312 Günzburg | 08221/32495 | mail@kijup-gz.de |
| Kinderarztpraxis Burgau | Kapuzinerstraße 14 89331 Burgau | 08222/4132335 | kinderarztpraxis.burgau@gmail.com |
| Kinderärzte Dillingen | Bahnhofstraße 1 89407 Dillingen an der Donau | 09071/7056791 | info@kinderarztpraxis-dillingen.de |
| Kinderarztpraxis Weißenhorn | Kaiser-Karl-Straße 28 89264 Weißenhorn | 07309/6663 | |
| Kinderarztpraxis Langenau | Angertorstraße 6 89129 Langenau | 07345/5051 |
Gerade in den ersten Wochen mit einem Neugeborenen tauchen oft Fragen oder Unsicherheiten auf – manchmal auch abends, nachts oder am Wochenende.
Wenn Sie uns oder Ihre Hebamme einmal nicht erreichen können, stehen Ihnen dennoch verlässliche Ansprechpartner zur Verfügung:
Übersicht der kassenärztlichen Notdienste und Kinderkliniken der Region.
Dort finden Sie übersichtlich:
- 📞 den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung
- 🏥 Kinderkliniken in der Region
- 🚑 die Telefonnummer des Rettungsdienstes für lebensbedrohliche Notfälle
💡 Unser Tipp: Speichern Sie sich die Seite am besten direkt auf Ihrem Smartphone ab – so haben Sie im Ernstfall alles schnell griffbereit.
Eine Hebamme ist in den ersten Wochen nach der Geburt eine ganz wichtige Ansprechpartnerin für Sie und Ihr Baby.
Sie unterstützt Sie unter anderem bei:
– Fragen rund ums Stillen und die Ernährung 🍼
– der Entwicklung und Pflege Ihres Kindes 👶
– der Rückbildung und körperlichen Veränderungen nach der Geburt
– Unsicherheiten im Alltag mit dem Neugeborenen
👉 Unser Tipp:
Kümmern Sie sich möglichst frühzeitig um eine Hebamme, falls Sie noch keine Betreuung organisiert haben. Gerade in den ersten Wochen ist diese Unterstützung sehr wertvoll.
Eine aktuelle Übersicht über Hebammen in der Region finden Sie hier:
👉 Hebammenliste Landkreis Günzburg
💛 Die Betreuung durch eine Hebamme wird von der Krankenkasse übernommen.
Auch mit einem Neugeborenen sind kurze Ausflüge und Fahrten ganz normal – wichtig ist dabei vor allem die Sicherheit Ihres Kindes.
👉 Bereits für die erste Fahrt vom Krankenhaus nach Hause gilt:
Ihr Baby muss in einer geeigneten Babyschale (rückwärtsgerichteter Kindersitz) transportiert werden. Auch kurze Strecken sind hier keine Ausnahme.
👉 Achten Sie dabei auf:
– korrekten Einbau der Babyschale
– sicheren Gurtverlauf
– keine dicken Jacken unter dem Gurt
– Babyschale immer auf dem Rücksitz (nicht bei aktivem Airbag vorne)
💡 Unser Tipp:
Idealerweise sitzt eine erwachsene Person neben dem Baby, besonders auf der ersten Fahrt nach Hause.
🧳 Unterwegs in den ersten Wochen
In den ersten Lebenswochen gilt:
👉 Weniger ist mehr
Ihr Baby braucht vor allem Ruhe, Nähe und einen stabilen Tagesrhythmus.
Wenn Sie unterwegs sind:
– planen Sie ausreichend Pausen ein
– vermeiden Sie große Menschenmengen (Infektionsschutz)
– achten Sie auf eine angenehme Temperatur und Sonnenschutz
Im Auto sollte Ihr Baby möglichst nicht über längere Zeit in aufrechter Position bleiben, da die Wirbelsäule noch empfindlich ist.
✈️ Reisen allgemein
Grundsätzlich sind Reisen auch mit einem Neugeborenen möglich – dennoch empfehlen wir, in den ersten Wochen nur notwendige Wege zurückzulegen und größere Reisen gut zu planen.
👉 Denken Sie an:
– ausreichend Nahrung und Wechselkleidung
– eine kleine „Reiseapotheke“
– vertraute Dinge (Decke, Kleidung) für Ihr Baby
💛 Mit etwas Vorbereitung können Sie Ihr Baby sicher und entspannt begleiten – ob auf dem Weg nach Hause oder bei den ersten kleinen Ausflügen.
Bitte kümmern Sie sich zeitnah nach der Entlassung um einen Termin zur U3.
Diese findet regulär in der 4.–5. Lebenswoche statt.
👉 Manchmal ist auch früher ein Termin notwendig, z.B.:
– zur Kontrolle einer Gelbsucht
– zur Gewichtskontrolle
– für eine frühzeitige Hüftuntersuchung (Ultraschall)
Neugeborene benötigen in der Regel ab der zweiten Lebenswoche eine tägliche Gabe von Vitamin D.
👉 Wichtig:
– Sie können das Präparat ohne Rezept in der Apotheke kaufen, ihre Kinderarztpraxis stellt Ihnen aber gerne ein Rezept aus, so dass die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden
– Bitte geben Sie die Tablette täglich
– Die Tablette sollte gut aufgelöst werden (nach Herstellerangaben)
Neben Vitamin D empfehlen wir bis zum Durchbruch des ersten Zahns ein Kombinationspräparat mit Fluorid zur Kariesprophylaxe. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt nachweislich vor Karies – es gehört zu den am besten untersuchten Maßnahmen in der Zahnmedizin.
Immer wieder hören wir die Sorge, Fluorid könne Bauchschmerzen verursachen.
👉 Diese Befürchtung ist bei richtiger Dosierung nicht begründet.
Zwar können bei massiver Überdosierung (z.B. beim Verschlucken großer Mengen Zahnpasta) Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten – dafür wären jedoch sehr hohe Mengen notwendig.
Im Alltag gilt:
– Die in Tabletten oder Zahnpasta enthaltenen Fluoridmengen sind sehr gering und sicher
– Bei normaler Anwendung besteht kein Risiko für Nebenwirkungen
👉 Deshalb empfehlen Fachgesellschaften Fluorid ausdrücklich als wichtigen Bestandteil der Kariesvorsorge.
Ein sicherer Schlafplatz ist besonders in den ersten Lebensmonaten wichtig, um das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) zu reduzieren.
👉 Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:
🛏️ Rückenlage zum Schlafen
Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken.
🧺 Eigenes Bett im Elternschlafzimmer
Ihr Baby sollte im eigenen Bettchen, aber im selben Raum wie die Eltern schlafen.
🚫 Keine zusätzlichen Gegenstände im Bett
Verzichten Sie auf:
- Kissen
- Decken
- Nestchen
- Kuscheltiere
👉 Am sichersten ist ein leeres Bettchen mit fester Matratze.
🌡️ Angenehme Temperatur
- Raumtemperatur ca. 16–18 °C
- kein Überwärmen
- Schlafsack statt Decke empfohlen
🚭 Rauchfreie Umgebung
Rauchen in der Umgebung des Kindes erhöht das Risiko deutlich.
💡 Noch gut zu wissen
Schnuller können beim Einschlafen hilfreich sein (wenn gut etabliert)
Ihr Baby darf im Wachzustand und unter Aufsicht auch auf dem Bauch liegen (z.B. zum Spielen)
Stillen wirkt sich positiv auf die Entwicklung und vermutlich auch auf das SIDS-Risiko aus
In den ersten Lebensmonaten wird Ihr Baby ausschließlich mit Muttermilch oder einer Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung) ernährt. Zusätzliche Getränke sind in der Regel nicht notwendig.
Wichtig ist:
– Ihr Kind sollte regelmäßig trinken
– Es sollte wach und zufrieden wirken
– Die Gewichtsentwicklung sollte gut sein (siehe unten)
Bei Fragen zum Stillen ist Ihre Hebamme die erste und beste Ansprechpartnerin. Sie kann Ihnen bei der Technik helfen und steht bei Problemen an Ihrer Seite. Zusätzlich stehen Ihnen auch speziell ausgebildete Stillberaterinnen (IBCLC) zur Verfügung, z.B.:
– Carola Dilger-Lott
– Irmgard Neu
Diese können Sie bei Fragen rund ums Stillen gezielt unterstützen.
👉 Gut zu wissen:
Eine Stillberatung kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen werden. Sprechen Sie uns oder Ihre Hebamme gerne darauf an.
💛 Zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen – gerade beim Stillen lassen sich viele Probleme gut lösen.
Gewichtsentwicklung direkt nach der Geburt:
– Gewichtsabnahme von bis zu 7–10 % des Geburtsgewichts ist normal.
– Das Geburtsgewicht sollte in der Regel nach 10–14 Tagen wieder erreicht sein
Gewichtsentwicklung danach (ca. 1.–8. Lebenswoche):
– durchschnittliche Zunahme: 150–200 g pro Woche
– entspricht etwa 20–30 g pro Tag
Eine Gelbfärbung der Haut (Neugeborenengelbsucht) ist in den ersten Lebenstagen häufig und meist unbedenklich.
👉 Bitte melden Sie sich bei uns, wenn:
– die Gelbfärbung deutlich zunimmt
– Ihr Baby schlecht trinkt
– Ihr Kind sehr schläfrig oder schwer weckbar ist
– die Gelbsucht länger anhält
Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel nachfragen 😊
Gerade in den ersten Lebenswochen gilt: lieber früh reagieren!
👉 Sofort ärztlich vorstellen bei:
– Temperatur von 38,0 °C oder mehr
– Trinkschwäche
– auffälliger Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit
– Atemproblemen
– „komischem Bauchgefühl“ – wenn Ihr Kind Ihnen krank erscheint
Sie kennen Ihr Kind am besten 💛
Viele Eltern hören nach der Geburt von Angeboten wie Osteopathie oder anderen „sanften“ Behandlungsmethoden für Säuglinge.
👉 Wichtig zu wissen:
Für viele dieser Verfahren gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege, dass sie bei Neugeborenen einen klaren Nutzen haben.
Gleichzeitig kann das Gefühl entstehen, man müsse etwas „zusätzlich tun“, um nichts zu verpassen. Das kann verunsichern.
👉 Unsere Empfehlung:
Sprechen Sie zunächst mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderärztin bzw. Ihrem Kinderarzt.
In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden Ihres Kindes gut einordnen – und oft helfen schon Beratung, einfache Maßnahmen und etwas Geduld, damit sich vieles von selbst reguliert.
💛 Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und unterstützen Sie dabei, gemeinsam den richtigen Weg für Ihr Kind zu finden.
In den letzten Jahren wird das Thema „verkürztes Zungenbändchen“ bei Neugeborenen immer häufiger angesprochen. Viele Eltern sind dadurch verunsichert und haben Sorge, etwas zu übersehen.
👉 Wichtig zu wissen:
Ein verkürztes Zungenbändchen ist keine klar definierte Erkrankung, und es gibt keine einheitlichen, verlässlichen Diagnosekriterien.
Auch wissenschaftlich zeigt sich:
Eine Durchtrennung des Zungenbändchens hat keinen nachgewiesenen Nutzen für das Kind (z.B. Gewichtszunahme, Schreiverhalten oder Stilldauer). Lediglich eine mögliche Linderung von Schmerzen beim Stillen bei der Mutter wurde beschrieben.
Viele der häufig genannten Beschwerden (z.B. Koliken, Unruhe oder spätere Entwicklungsprobleme oder ADHS) konnten nicht wissenschaftlich belegt mit einem Zungenbändchen in Verbindung gebracht werden.
👉 Bitte seien Sie vorsichtig bei Angeboten von sogenannten „Zungenbändchenzentren“ oder „Experten für orale Restriktionen“.
Hier werden teilweise teure Eingriffe (oft bis zu 1.000 € oder mehr) empfohlen, ohne dass ein klarer Nutzen für Ihr Kind belegt ist.
👉 Unsere Empfehlung:
Sprechen Sie bei Unsicherheiten zunächst mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderärztin bzw. Ihrem Kinderarzt.
In den meisten Fällen lassen sich Stillprobleme oder Unruhe gut anders erklären und behandeln – oft helfen schon Stillberatung, kleine Anpassungen im Alltag und etwas Geduld.
Eine Durchtrennung des Zungenbändchens sollte nur nach sorgfältiger, fachübergreifender Abklärung in Betracht gezogen werden.
💛 Wir unterstützen Sie dabei, die Situation Ihres Kindes gemeinsam in Ruhe einzuordnen und den richtigen Weg zu finden.
👉 Bitte stellen Sie Ihr Kind umgehend ärztlich vor bei:
– Temperatur von 38,0 °C oder mehr
– Trinkverweigerung
– deutlich verminderter Aktivität
– Atemproblemen
– weniger nassen Windeln
– oder wenn Ihnen Ihr Kind „nicht normal“ erscheint
Neben der medizinischen Betreuung gibt es viele weitere Angebote, die Sie als Familie unterstützen können.
Eine zentrale Anlaufstelle ist das Portal Familie.Leben des Landkreises Günzburg.
Dort finden Sie unter anderem:
– Beratungsangebote für Familien
– Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Kind
– Unterstützung bei Fragen zu Entwicklung, Erziehung und Alltag
– Kontakte zu regionalen Hilfs- und Unterstützungsangeboten
👉 Ein Blick lohnt sich – viele hilfreiche Angebote sind dort übersichtlich zusammengestellt.
💛 Sie sind mit Ihren Fragen nicht allein – es gibt viele Stellen, die Sie unterstützen.
Die Zeit nach der Geburt ist etwas ganz Besonderes – aber sie kann auch emotional herausfordernd sein.
Viele Mütter erleben Stimmungsschwankungen („Babyblues“). Wenn Sie sich jedoch über längere Zeit traurig, erschöpft, antriebslos oder überfordert fühlen, kann es sich um eine peripartale Depression handeln.
👉 Wichtig ist: Sie sind damit nicht allein – und es ist keine Schwäche.
Bitte sprechen Sie darüber:
– mit Ihrer Hebamme
– mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt
– oder mit einer vertrauten Person
Wir nehmen uns Zeit für Sie, hören zu und unterstützen Sie dabei, passende Hilfe zu finden.
Eine wertvolle Anlaufstelle ist zum Beispiel die Organisation Schatten und Licht e.V., die betroffene Eltern berät und begleitet.
👉 Auch bei körperlichen Beschwerden nach der Geburt (z.B. Probleme mit dem Wochenfluss, Brustentzündung oder Schmerzen) können Sie sich jederzeit Unterstützung holen.
Neben Ihrer Hebamme steht Ihnen – insbesondere außerhalb ihrer Erreichbarkeit – auch der Kreißsaal der Kreisklinik Günzburg als Ansprechpartner zur Verfügung.
☎️ Unterstützung in belastenden Situationen
Wenn Sie sich unsicher oder überfordert fühlen und gerade niemand erreichbar ist, können Sie sich jederzeit anonym und kostenlos an das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer wenden:
📞 0800 111 0 550
Gerade in den ersten Wochen mit einem Neugeborenen kann es sehr entlastend sein, einfach mit jemandem zu sprechen.
💛 Holen Sie sich Unterstützung – Sie müssen da nicht alleine durch.
Die erste Zeit mit einem Neugeborenen ist intensiv, manchmal herausfordernd – und gleichzeitig wunderschön.
Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl.
Und zögern Sie nicht, sich bei Fragen oder Unsicherheiten an uns zu wenden.
👉 Wir freuen uns auch über konstruktives Feedback:
Wenn Ihnen etwas auffällt oder Sie Themen vermissen, die hier unbedingt noch ergänzt werden sollten, geben Sie uns gerne Bescheid.
Wir sind gerne für Sie da 😊
